KI-Compliance ist keine KI-Sicherheit – und war es nie
- klauskilvinger
- 2 days ago
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Über das KI-Risikomanagement vs. KI-Compliancemanagement und warum Unternehmen beides brauchen.

Künstliche Intelligenz ist längst Teil geschäftskritischer Prozesse in Analyse, Produktion oder auch der Forschung. Gleichzeitig steigen die regulatorischen Anforderungen durch den EU AI Act, ISO 27001, NIS2, DORA und die neue Maschinenverordnung. Und auch bei der KI muss man auf die DSGVO achten.
Viele Unternehmen stehen daher vor einer zentralen Frage: Wie stellen wir sicher, dass unsere KI-Systeme sowohl sicher als auch rechtskonform sind?
Die Antwort liegt im Zusammenspiel von KI-Risikomanagement und KI-Compliancemanagement – zwei eng verwandten, aber klar zu unterscheidenden Disziplinen.
KI-Risikomanagement: Risiken verstehen und steuern
KI-Risikomanagement befasst sich mit der systematischen Bewertung und Steuerung von Risiken, die durch den Einsatz von KI entstehen. Typische Risiken beim Einsatz von KI sind:
Fehlentscheidungen und Modellfehler
Bias und Diskriminierung
Halluzinationen bei generativer KI
Mangelnde Erklärbarkeit (Explainable AI)
Modell-Drift und Datenabhängigkeiten
Sicherheitsrisiken wie Data Leakage oder Prompt Injection
Reputations- und Haftungsrisiken
Ziel des KI-Risikomanagements ist es, diese Risiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und geeignete Maßnahmen abzuleiten – unabhängig davon, ob bereits konkrete gesetzliche Vorgaben existieren. Kurz gesagt: KI-Risikomanagement beantwortet die Frage: „Was kann schiefgehen – und wie begrenzen wir den Schaden?“
KI-Compliancemanagement: Anforderungen erfüllen und nachweisen
KI-Compliancemanagement stellt sicher, dass der Einsatz von KI-Systemen allen relevanten gesetzlichen, regulatorischen und internen Anforderungen entspricht – und dass diese Einhaltung jederzeit nachweisbar ist. Relevante Regelwerke sind u.a.:
EU AI Act (Risikoklassen, Konformitätspflichten)
DSGVO (Transparenz, Zweckbindung, Art. 22)
ISO 27001 (Risikobasierter Ansatz, Governance)
NIS2 & DORA (Resilienz, Drittparteienrisiken)
Maschinenverordnung (Resilienz, Cyberrisiken)
Interne KI-Policies und Ethikrichtlinien
KI-Compliancemanagement sorgt für:
klare Verantwortlichkeiten
strukturierte Dokumentation
belastbare Nachweise gegenüber Aufsichtsbehörden und Auditoren
Das KI-Compliancemanagement beantwortet die Frage: „Welche Regeln gelten – und wie belegen wir ihre Einhaltung?“
Der Unterschied auf einen Blick
KI-Risikomanagement | KI-Compliancemanagement |
Fokus auf Risiken und Auswirkungen | Fokus auf Regeln und Pflichten |
Szenario- und wirkungsorientiert | Regel- und nachweisorientiert |
Ziel: Schaden vermeiden | Ziel: Haftung vermeiden |
Technisch & organisatorisch | Rechtlich & governance-orientiert |
Merksatz:
Risikomanagement bewertet, was schiefgehen kann.
Compliancemanagement stellt sicher, dass es keine Regelverstöße gibt.
Warum Unternehmen beides brauchen
Es gibt häufige Fehler in der Praxis:
„Wir sind compliant, also sind wir sicher.“
„Das Risiko ist gering, also brauchen wir keine formale Compliance.“
Beides ist gefährlich.
Ohne KI-Risikomanagement bleibt Compliance formal und wirkungslos.
Ohne KI-Compliancemanagement wird Risikomanagement haftungsrelevant.
Moderne KI-Governance verbindet daher beide Ansätze zu einem integrierten Steuerungsmodell.
Unser Ansatz: Integrierte KI-Governance
Wir unterstützen Unternehmen dabei,
KI-Risiken strukturiert zu identifizieren und zu bewerten,
regulatorische Anforderungen aus EU AI Act, ISO 27001, NIS2 und DORA umzusetzen,
und beides in ein pragmatisches, auditfähiges KI-Governance-Modell zu integrieren.
Ergebnis:
verantwortungsvoller KI-Einsatz
rechtliche Sicherheit
belastbare Entscheidungsgrundlagen für Management und Aufsicht
Fazit
Vertrauenswürdige KI entsteht nicht durch Dokumentation allein, sondern durch das Zusammenspiel von Risikomanagement und Compliance.
Fragen Sie nach Beratung und unserem Managementsystem „EnterpriseOS“, denn es unterstützt heute schon die internationale Norm für KI-Managementsysteme, die ISO 42001!


